Ritterturnier

Ritterturniere im Mittelalter

von Björn Böhling

3.1.1. Ritter und ihre Turniere - Körperliche Erziehung zum Ritter

An dieser Stelle soll kurz auf den Ausbildungsweg eines Ritters eingegangen werden. Die Darstellung bezieht sich mehrheitlich auf Niedermann 1980.[19]

Die Ausbildung des jungen Adligen setzte mit dem 7. Lebensjahr ein. Ein Zuchtmeister vermittelte die höfische Kunst, die ‚courtoisie’, die hauptsächlich aus dem Erlernen der französischen Sprache bestand. Die Beherrschung des Lateinischen und Griechischen, der Musik und des Dichtens war abhängig von unterstützenden Maßnahmen der Eltern. Überhaupt war die geistige Bildung von dem Ort und der Umgebung abhängig. So kam es, dass einige Ritter sogar weder lesen noch schreiben konnten.

Schon damals gab es anscheinend eine Kontroverse um die richtige Pädagogik. „Soll das Kind möglichst bald zum Erwachsenen erzogen werden, oder soll es (auch) sich selbst erleben können, vor allem im Spiel.“[20]

Als unumgänglich galt das Erlernen des Waffenhandwerks sowie der Reiterei. Die Schüler erlernten das Laufen und Springen, Ringen und Stoßen, Klettern und Fechten. Sie wurden zum Leben in der freien Natur und auf der mittelalterlichen Burg erzogen.

Mit 14 Jahren war die Grundausbildung abgeschlossen. Der Page oder Knappe wurde nun in den nächsten sieben Jahren zielgerichtet auf den Ritterschlag vorbereitet. Der Junge musste seine gewohnte Umgebung verlassen und wurde an einen anderen Hof oder eine andere Burg geschickt, wo er den letzten Schliff in höfischem Benehmen, im Waffenhandwerk und der Reiterei erhielt. Er begleitete seinen Herrn auf Turniere, Märsche und in Schlachten, lernte die Gesetze des ritterlichen Spiels und Kampfes und machte erste Erfahrungen mit dem Tod. Durch Botendienste lernte er zusätzlich den Umgang mit den jungen Damen.

Mit dem Ritterschlag wurde der Page zum Ritter und Mitglied des Standes. Ihm ging folgendes Ritual voraus:

„Die durchwachte Nacht ... bereitete den jungen Mann auf die bevorstehende Feierlichkeit vor. Ihr gehen ein Bad und die Kommunion voraus. Während der Messe am Tag des Ritterschlags kniet er und hat das Schwert um den Hals gehängt, denn er darf es noch nicht an der Seite tragen. Im Namen Gottes und des heiligen Georg und Michael empfängt er den Ritterschlag und leistet mit der rechten Hand den Schwur, stets den männlichen Tugenden gemäß zu leben, der Kirche und dem Kaiser die Treue zu halten und den Schwachen und Bedrängten beizustehen.“[21]

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[19] Siehe aber auch Gravett 1996, S. 14f.

[20] Niedermann 1980, S. 81.

[21] Niedermann 1980, S. 82.

Wie man sich heute fithält und wie vielleicht auch schon sich früher die Ritter fitgehalten haben, erfährt man im Fitness Magazin.

Auch in Indien im Bundesstaat Rajasthan gibt es allerhand Forts und Festungen
aus der alten Zeit.
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